Wir leben in einer Welt, die unheimlich viel Stress macht. Überall ist Lärm und die Menschen laufen von einem Ort zum anderen. Wenn im Geschäftsalltag Gefühle gezeigt werden, ist mann/frau schnell weg vom Fenster.

Doch es gibt einen Ort, an dem du die Seele baumeln lassen kannst. Es gibt einen Ort, an dem du Kraft tanken kannst. Du musst dafür nicht verreisen. Du brauchst auch keine beschwerliche Wanderung auf einem Berg oder gar einen Pilgerweg starten.

Den Ort, den ich meine, kannst du dir direkt in dein Wohnzimmer holen. Auf deinem PC. Dieser Ort heißt:

Flohbair.com

Auf der wunderbaren Seite von Elisa findest du richtiges Seelenfutter. Dieser Blog ist eine wahre Schatzkammer, wenn du mal Kraft, Hilfe und Streicheleinheiten in Form von positiven Worten brauchst.

Ich freue mich rieeeeesiiiig, dass Elisa sich bereit erklärt hat mit mir ein Interview zu machen. Ich verfolge schon seit längerem ihren Blog und ihre Texte sind eine wahre Bereicherung.

Doch lies selbst weiter:

Liebe Elisa, du schreibst auf deinem Blog flohbair.com über Glück. Was bedeutet es für dich glücklich zu sein?

Ich wache auf. Trinke einen großen Schluck Wasser. Bleibe noch etwas liegen. Beobachte wie das Sonnenlicht sanft durch die dunkelgrünen Vorhänge meines Schlafzimmers scheint. Ein paar Gedanken schweben im Raum. Nichts Bestimmtes.

Bevor ich aufstehe, bleibe ich noch etwas auf der Bettkante sitzen. Sehe mich im Spiegel der Kommode gegenüber. Meine Katze erhebt sich ebenfalls. Ich nehme sie auf den Schoß. Da sitzen wir beide uns selbst gegenüber und starren uns eine Weile ein. Ein Bild für die Götter. Ich liebe diese Katze. Sein Name ist Ghost.

Ich gehe ins Bad, putze Zähne, wasche mich. Dann geht’s weiter in die Küche. Das Geräusch der Filterkaffeemaschine verkündet den Beginn des Tages. Ich schneide einen Apfel in Scheiben und richte ihn schön auf einem Teller an. Ein paar Cornflakes und ab auf die Dachterrasse.

Ich setze mich an den Holztisch. Im Schatten unter dem Sonnensegel. Mir gegenüber in der Ferne die Berge der Tramuntana und die Dächer von Palma. Guten Morgen, Mallorca. Über mir veranstalten die Schwalben das reinste Zwitscherkonzert. Ab und zu setzt sich ein Spatz auf meine Terrassenmauer und glotzt mich süß an.

Ghost liegt im Schatten der Pflanzen neben mir.

Ich schlürfe den ersten Schluck heißen Kaffee. Jakobs Krönung. Wie bei Oma.

Ich schließe die Augen, genieße den Moment. Das bedeutet es für mich glücklich zu sein.

Kleine Momente wie diesen Frühstücksmoment im Laufe des Tages aneinanderzureihen. Im Alltag immer wieder innezuhalten und sich bewusst zu machen, was man gerade tut. Da gibt es so vieles, das uns glücklich machen kann.

Ein Sitzplatz im Bus, eine Windbrise durchs Haar, ein Lächeln von der Kassiererin, ein kleiner Plausch mit dem Nachbarn oder der Kollegin.

In all diesen Kleinigkeiten liegt für mich das Glück. Jederzeit verfügbar. Für jeden von uns. Wir brauchen es nur wieder lernen, es zu sehen

Was kann mann/frau dazu beitragen ein glückliches Leben zu führen? Hast du vielleicht ein paar Tipps für meine LeserInnen?

Genau hier liegt der Knackpunkt. Der einzige Mensch, der uns glücklich machen kann, sind wir selbst. Wenn wir nicht glücklich sind, wird kein Mensch der Welt irgendetwas zu unserem Lebensglück beisteuern können.

Wenn wir selbst glücklich sind, dann sind die Menschen, Liebe, Geschenke und Ereignisse, die von außen kommen, die Sahnehäubchen, die unser Glücksempfinden bis zur Glückseligkeit steigern können.

Erst einmal finde ich es ganz wichtig zu betonen, dass zu einem glücklichen Leben ALLE Gefühle dazu gehören. Ich fühle mich oft traurig und melancholisch. Wenn diese Gefühle da sind, kämpfe ich nicht mehr gegen sie an. Ich fühle sie einfach und muss sagen, dass sie eine gewisse Sänfte und Ruhe in mir verbreiten. Ich mag es, ab und zu traurig zu sein und es fühlen zu können.

Wir verbrauchen sehr viel Energie, um unangenehme oder gesellschaftsunfähige Gefühle zu unterdrücken. Um die Leute nicht vor den Kopf zu stoßen oder für peinliche Verlegenheit zu sorgen, unterdrücken wir in Stresssituationen die Tränen, die uns vielleicht helfen würden, den Druck rauszunehmen.

Also kann mann/frau zu ihrem Glück beitragen, indem er/sie beginnt, sich selbst wahrzunehmen. Sich ab und zu zu fragen, wie es ihm/ihr gerade geht, ohne eine Antwort zu erwarten. Erst einmal nur, die Gewohnheit zu bekommen, auf sich selbst zu achten.

Es ist ein Prozess, der nicht über den Verstand läuft.

Das ist leider für viele schon zu abstrakt.

Also empfehle ich konkret, im Außen anzufangen. Behandle dich selbst so, wie du deinen besten Freund oder dein Kind behandelst. Du brauchst Zeit für dich? Dann lege eine Zeit für dich fest und sage dir nicht selbst ab, weil etwas anderes dazwischen kommt. Dein Date mit dir ist mindestens genauso wichtig, wie ein Termin mit einem anderen Menschen.

Ich habe den Eindruck, das Hauptproblem liegt darin, dass die Menschen sich nicht genügend Zeit für sich nehmen. Sie hetzen durch den Tag und powern sich so aus, dass sie gar nicht merken, was ihnen wichtig oder unwichtig ist.

Also bitte setzt euch doch einmal eine Stunde hin, haltet inne und überlegt, welche Tätigkeiten wirklich notwendig sind. Nehmt euch jeden Tag mindestens 15 Minuten Zeit nur für euch selbst, um erst einmal wieder mit dem wichtigsten Menschen in eurem Leben in Kontakt zu kommen. Viele beschweren sich, dass sie sich von anderen übersehen oder nicht genug wertgeschätzt fühlen. Dabei sind sie es selbst, die sich nicht beachten und wertschätzen.

Gebt euch zuerst selbst, was ihr glaubt von anderen zu brauchen. Eigenverantwortung heißt das Zauberwort. Konzentriert euch auf die Dinge, auf die ihr Einfluss habt, wie die Gestaltung eures Alltags.

Ich kenne viele Menschen, die ihr Leben verändern möchten, weil sie unglücklich sind. Wie kann so eine Lebensveränderung am besten gelingen?

Träume. Ich war immer eine Träumerin. In der Schule schnippte mein Deutschlehrer ständig mit den Fingern vor mein Gesicht, damit ich wieder am Unterricht teilnehme. Mein Blick schweifte immer durchs Fenster in die Ferne und im Kopf war ich in südlichen Ländern unterwegs, am Meer, barfuß.

Ich habe mir nie etwas dabei gedacht.

Dann entschied ich die wichtigsten Sachen in meinem Leben ohne nachzudenken aus dem Bauch heraus. Das Gymnasium suchte ich aus, weil man im Erdgeschoss auf den alten Kacheln so schön schlittern konnte. Ich wusste damals nicht, dass es eine auf Sprachen spezialisierte Schule war und genau die drei Sprachen, die ich dort lernen sollte, einmal so wichtig für mein Leben seien.

Die beste Freundin meiner Mutter reiste wie wild durch die Weltgeschichte. Angst kannte diese Frau nicht. Ich selbst war extrem schüchtern, traute mich kaum, mit meinen Klassenkameraden zu sprechen. Deshalb fand ich sie so bewundernswert und wollte auch einmal so werden wie sie.

Sie schickte Postkarten von ihren Reisen. Ich malte mir selbst aus fünfzig zusammengeklebten A4-Blättern eine riesige Weltkarte und hing sie an meine Wand. Die Postkarten klebte ich drumherum mit Pfeilen zu den Orten, wo sie herkamen. Jeden Abend vorm Einschlafen sah ich verträumt die Weltkarte an.

Ich studierte Übersetzen, nur damit ich ein Austauschjahr in einem anderen Land machen konnte.

Ich bekam einen Platz für ein Jahr an einer Universität in Lyon. Endlich. Auf in Richtung Süden.

Der Tag der Abreise war die Hölle. Es ist eine Sache zu träumen, doch wenn es dann wahr wird, tut es erst einmal weh. Meine Familie brachte mich zum Bahnhof. Als die Zugtür sich schloss und der Zug losrollte, brach ich vor Schmerz und Angst zusammen. Meine Mutter am Bahnsteig auch.

Die ersten zwei Wochen in Lyon wollte ich sofort wieder nach Hause. Doch dafür hatte ich gar kein Geld. Gott sei Dank. Ich weinte jeden Tag. Nahm fünf Kilo ab, weil ich so allein in meinem WG-Zimmer keinen Appetit hatte.

Die Stadt ein Traum. Schönstes Wetter. Der reinste Schmerz, wenn man es mit niemandem teilen kann.

Nach und nach lernte ich Leute kennen, schloss Freundschaften. Nach drei Monaten konnte ich mir nicht mehr vorstellen, zurückzugehen.

Neun Jahre später lebte ich inzwischen seit fünf Jahren in Paris und arbeitete als selbstständige Übersetzerin von zuhause aus. Ich fühlte mich oft leer und unzufrieden. Fragte mich, was der Sinn des Lebens sei, wenn die Realisierung unserer Träume uns auch nicht glücklich macht.

Ich begann eine Therapie.

Lernte, dass die Grundlage meine Beziehung zu mir selbst ist. Das ist für viele sehr abstrakt und erst einmal befremdlich.

Doch genau da liegt der Schlüssel.

Die Reihenfolge der Schritte für eine Lebensveränderung sieht für mich am besten so aus:

Nimm dir Zeit für dich, lerne dich kennen und spinne im Kopf herum, wie dein Traumleben aussehen würde. Denke dabei nicht an Geld oder Realität oder so etwas. Träume!

Der Hirnforscher Gerald Hüther hat Veit Lindau dazu ein Interview gegeben, das mir im Nachhinein erklärte, wie ich mein Leben so radikal geändert habe.

Wenn du nämlich so einen Traum oder eine Vision hast, gleichzeitig im Alltag so viele angenehme kleine Momente wie möglich erschaffst, Dankbarkeit für all das Schöne, das jetzt schon in deinem Leben ist, kultivierst, dann übernimmt dein Unterbewusstsein fast den Rest.

Wichtig ist zu wissen, dass zu jeder Veränderung die unangenehmen Momente dazugehören. Deshalb haben wir ja auch berechtigte Angst vor Veränderung. Um diese Angst zu überwinden und in den schweren Momenten nicht aufzugeben, brauchst du deine Vision, deinen Traum.

Denn wenn du an deine Vision denkst, spürst du wie die Bilder in deinem Kopf dir neue Kraft schenken, ein gewisses Kribbeln verbreiten und dir Lebendigkeit einflößen.

Umgebe dich auch mit Menschen, die deine Träume beflügeln und dich bestärken.

Vermeide in der Zeit, wo du dein Leben verändern möchtest, soweit es geht Bedenkenträger, die dir deine Träume madig machen, um dich vor einer Enttäuschung zu bewahren.

Enttäuschungen werden dir so oder so immer begegnen. Das gehört zum Leben dazu.

Frage dich, was schlimmer wäre:

Wenn du bis zu deinem Tod dieses Leben so wie du es jetzt lebst, weiterführst oder wenn du neue Sachen ausprobierst und unerwartete Abenteuer erlebst, auf die du am Ende stolz bist.

Vertrauen ist auch ein wichtiger Aspekt. Viele glauben, sie bräuchten schon Vertrauen in das Leben, bevor sie etwas ändern. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es umgekehrt ist. Du beginnst dem Leben zu vertrauen, wenn du in schwierige Situationen kommst und merkst, dass du doch immer wieder da raus findest. 😉 Probiere es aus!

In einem meiner Artikel schrieb ich einen passenden Satz:

„Wenn du deine Träume begräbst, bekommst du eine Garantie. Die Garantie für ein mittelmäßiges Leben – im günstigsten Fall.“

Du entscheidest selbst.

Beziehungen sind für uns Menschen sehr wichtig. Wie kann deiner Meinung nach eine Liebe und eine Partnerschaft wirklich gelingen?

Beziehungen fallen mir selbst sehr schwer.

Ich finde dazu das Video von Hape Kerkeling als Paartherapeutin immer sehr witzig. Evje van Dampen sagt: „Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit.

Das sehe ich auch so. Mit viel Humor natürlich! Die Arbeit liegt jedoch nicht in der Beziehung mit dem anderen, sondern in der mit sich selbst.

Für mich lautet das oberste Gebot, dass wir freie Individuen sind, die sich freiwillig dazu entscheiden ihr Leben miteinander zu teilen.

Lange Zeit wollte ich meinen Freund verändern, nörgelte herum, dass er nicht genug Zeit für mich hat. Lieber mit seinen Freunden weggeht als bei mir zu sein.

Dank meiner Therapie kam ich irgendwann endlich auf den Trichter, mich mal auf mich selbst zu konzentrieren. Ich fühlte mich einsam und machte meinen Freund zum Verantwortlichen. Wenn ich mich dann mal in ihn hineinversetzte, verstand ich ihn.

Aufgrund meiner Einsamkeit war ich nörglerisch und unangenehm. Trübselig und stimmungsdrückend. Das war sogar einer mallorquinischen Frohnatur wie Jaime zu viel.

Ich begann selbst die Verantwortung für mein Wohlbefinden zu übernehmen. Suchte mir über das Internet Freundinnen hier auf Mallorca. Lernte fantastische Frauen kennen. Traf mich öfter mit ihnen. Fühlte mich ausgeglichen.

Bis eines Tages plötzlichd Jaime fragte, ob wir seinen freien Tag zusammen verbringen und zum Strand fahren. Das machen wir nun so oft wir können. Ich habe für mich gesorgt, jetzt genießen wir die Zeit zusammen.

Wenn ich mal traurig bin, bin ich dankbar dafür, dass er da ist und mich in den Arm nimmt. Er spürt Dankbarkeit statt Forderung und ist gern da. Fühlt sich nützlich.

Ich denke, dass ist das Wichtigste.

Der Partner ist nicht dazu da, uns glücklich zu machen. Er kann unser Glück bereichern und uns im Unglück zur Seite stehen. Doch die Verantwortung liegt bei uns selbst.

Mir macht meine Beziehung viel Spaß, seitdem ich sie als Experimentierfeld (mit einem Augenzwinkern) für mein persönliches Wachstum sehe. Unser Partner hält uns permanent, ob er nun will oder nicht, einen Spiegel vor die Nase.

Das kann nerven. Sei dir bewusst, dass es OK ist, auch einfach mal genervt zu sein. Das wären wir von jedem Menschen, mit dem wir so viel Zeit verbringen. Außerdem hilft es dir sehr, zu merken, wo du eigentlich mit dir selbst unzufrieden bist.

Grenzen sind ein wichtiger Aspekt. Eine Beziehung kann nur dann erblühen, wenn beide ihre Grenzen kennen und diese respektieren und geltend machen. Ich brauche zum Beispiel viel Zeit für mich. Das habe ich Jaime so gesagt. Zuerst fühlte auch er sich vor den Kopf gestoßen und dachte, ich liebe ihn nicht, weil ich nicht ständig alles mit ihm machen will, wenn er mal nicht mit seinen Freunden unterwegs ist.

Dann spürte er, dass ich nachdem ich meine Zeit für mich hatte, viel zugänglicher, entspannter und aufmerksamer für seine Person bin. Das hat sich nach vielem hin und her und vielen Gesprächen und Diskussionen nun so langsam ganz natürlich eingepegelt.

Er liebt es letztendlich genauso sehr wie ich, sein Leben mit einem Menschen zu teilen und sich gleichzeitig frei zu fühlen, das zu machen, was ihm guttut.

Die Zauberworte lauten also auch hier: Eigenverantwortung und Respekt für die Freiheit der anderen Person. Mit Freiheit meine ich nicht Untreue, sondern die freie Entscheidung, ihr Leben mit dir zu teilen und sich freiwillig auf dich und deine Gefühle einzulassen.

Albert Einstein soll mal gesagt haben: „Die wichtigste Frage ist, ob wir uns vom Leben geliebt fühlen?“ Wie siehst du das? Und vor allem: „Wie schaffen wir es uns ganz ohne Egoismus uns selbst zu lieben?“

Für mich ist Selbstliebe das absolute Gegenteil von Egoismus.

Egoismus ist die Folge von mangelnder Selbstliebe. Ein Egoist erwartet nämlich von den anderen, dass sie seine Bedürfnisse erfüllen und fühlt sich am Ende vielleicht so vernachlässigt, dass er sich auf unachtsame Weise in den Mittelpunkt rückt, sich Rechte einräumt und nicht auf die Gefühle anderer Menschen achtet.

Jemand, der auf seine Gefühle und Bedürfnisse achtet, fällt eigentlich gar nicht mehr auf. Er braucht Zeit für sich und nimmt sie sich. Sagt mal einen Termin ab, weil er spürt, dass er Kraft tanken muss. So ein Mensch ist also bei der Begegnung mit seinen Mitmenschen nicht ausgelaugt und fühlt sich nie zu etwas verpflichtet, da er um seine Freiheit weiß.

Gleichzeitig haben wir alle das Bedürfnis, uns mit anderen verbunden und nützlich zu fühlen. Also geht der Mensch, der sich selbst liebt, auf seine Mitmenschen zu, ist dankbar für ihre Gegenwart und dankbar, gebraucht zu werden.

Wenn er sich ausgenutzt fühlt, spricht er es an und nimmt sich das Recht heraus, nein zu sagen.

Er lässt sich von anderen keine Schuldgefühle machen und macht anderen keine Schuldgefühle. Er bittet um Hilfe, wenn er welche braucht. Er kann auch mit einem „nein“ von seinem Gegenüber umgehen, da er weiß, dass auch dieser Mensch auf sich selbst achten muss.

Er gesteht sich selbst und anderen Menschen das Recht ein, traurig, wütend oder genervt zu sein, weil er weiß, wie wichtig es ist, seine Gefühle nicht zu unterdrücken, sondern zu leben und als Wegweiser durch das Leben zu nutzen.

Er macht kein Drama mehr aus seinem Leben, weil er weiß, dass er nicht mehr allein und in jeder Situation des Lebens für sich selbst da ist.

Dich um dich selbst zu kümmern und für dein Leben die Verantwortung zu übernehmen, ist das größte Geschenk, das du deinen Mitmenschen machen kannst.

Wenn du dafür sorgst, dein Leben so zu gestalten, dass es dich glücklich macht, bist du ein viel angenehmerer Zeitgenosse für deine Liebsten als wenn du Erwartungen an sie richtest, die sie gar nicht erfüllen können, weil es nicht in ihrer Macht liegt.

So und jetzt zum Reisen: „Was ist dein Lieblingsort auf dieser Welt und warum ist er das?“

Mallorca!

Als der Flieger am 31. März 2014 bei regnerischem Wetter mallorquinischen Boden berührte, schossen mir plötzlich Tränen in die Augen. Erst fragte ich mich, was denn jetzt schon wieder mit mir los sei? Dann machte sich sachte eine wohlige Wärme und Gänsehaut breit: Ich bin zuhause. Ich bin endlich zuhause.

Dabei hatte ich noch nicht einmal den Flieger verlassen und kannte von Mallorca nichts weiter als abschreckende Ballermann-Reportagen aus Deutschland.

Mein Bauchgefühl hatte mal wieder zu mir gesprochen. Deutlicher ging es kaum. Man nennt Mallorca auch „la isla de la calma“ – die Insel der Ruhe.

Genauso fühle ich mich hier. Von innerer Ruhe erfüllt, selbst wenn im Sommer ganz schön Trubel ist.

Und abgesehen vom erdenden Gefühl, das dieser Ort mir schenkt, sind natürlich auch die äußerlichen Vorzüge nicht zu verachten:

Wunderschöne Berge mit Wald und Höhenlandschaften, flache Felder, eine prickelnde und traumhafte Großstadt voller Kultur und Leben, abgeschiedene Strände und Buchten. Und das Meer. Egal in welche Richtung du fährst, du kommst irgendwann immer ans Meer.

Das i-Tüpfelchen: Mein Freund, der von hier ist und seine Familie und Freunde, die mich von Anfang an mit offenen Armen empfingen und mir hier ein wirkliches Zuhause schenkten. Auch meine Eltern kommen gern her und verstehen sich trotz verschiedener Sprachen blendend mit meiner mallorquinischen Familie. Eine internationale Verbundenheit.

Ich fühle mich angekommen und frei zugleich. Wie in meiner Partnerschaft.

Seitdem genieße ich meine Reisen in die Heimat. Mein Lieblingsort in Deutschland sind die Wälder und Seen von Südbrandenburg. Ich liebe es, dort mit dem alten Damenfahrrad meiner Oma, das noch eine Tonne zu wiegen scheint, durch die Landschaften zu fahren und den Duft der Kiefern aufzusaugen.

Gibt es für dich als Solopreneur so etwas wie Urlaub überhaupt? Oder anders gefragt: „Was verstehst du unter Urlaub?“

Es stimmt, dass Reisen nun nicht mehr gleich Urlaub ist.

Wenn ich in Deutschland meine Familie besuche, arbeite ich auch von dort aus, da ich sonst finanzielle Schwierigkeiten hätte. Bezahlten Urlaub gibt es eben als Selbstständiger nicht.

Das heißt zwei Wochen Urlaub sind ein halbes Monatseinkommen weniger plus Reisekosten. Da lerne ich nach und nach abzuwägen.

Es dauerte eine Weile, bis ich kapierte, dass mein Seelenfrieden das Wichtigste ist. Auch für die Qualität meiner Arbeit. Für Seelenfrieden brauche ich ab und zu eine Auszeit und gleichzeitig genug Einnahmen, um nicht von Existenzängsten geplagt zu werden.

Da höre ich nun auch immer öfter auf meine Gefühle. Der Körper sagt uns schon deutlich, wenn es ihm zu viel wird.

Richtig Urlaub gönne ich mir, wenn es geht, einmal im Jahr. Dann fahren Jaime und ich im Oktober, wenn das Klima perfekt und die Massen abgereist sind, für ein paar Tage nach Formentera. Die kleine Nachbarinsel von Ibiza.

Das Wasser dort ist so klar und türkis, dass man die Augen öfter zusammenkneift und wieder aufreißt, um zu sehen, ob es auch tatsächlich da ist. Die Erde ist leicht rötlich. Es gibt eine Landstraße, die mit dem Motoroller in 30 Minuten komplett von einem Ende zum anderen abgefahren ist.

Also nicht viel zu tun. Entspannen, rumdüsen, essen, trinken, lesen, schreiben. Innehalten. Mein Laptop hat auf dieser Insel Einreiseverbot!

Ich habe viele Leserinnen, die eine sehr schlimme Trennung hinter sich haben. Was würdest du nach dem Motto „von Frau zu Frau“ dieser Dame über Beziehungen sagen?

Von Frau zu Frau. Hm.

Eigentlich kann ich Frauen nur das gleiche sagen, was ich Männern sagen würde.

Nutze den Schmerz und die Krise, um dich mit dir anzufreunden, dich auf dich und deine Bedürfnisse zu konzentrieren und Verantwortung für dein Leben zu übernehmen. Krisen eignen sich da besonders gut, da sie genau dafür existieren.

Sie zwingen uns, uns selbst und unseren Weg in Frage zu stellen. Die Richtung in Frage zu stellen. Wenn wir sie nutzen lernen, können sie unser Leben in eine völlig neue Richtung lenken.

In meinem Fall war es keine schlimme Trennung, aber eine Fehlgeburt, die mich völlig aus der Bahn geworfen hatte. Ich suchte mir Hilfe bei einer Therapeutin, die eine Freundin mir empfohlen hatte, und änderte dank dieser Frau mein Leben.

Nicht das äußere. Das änderte sich automatisch mit. Bei ihr lernte ich den liebevollen Umgang mit mir selbst. Das ist ein unglaubliches Geschenk. Wenn du Sicherheit suchst, dann ist dies die einzige Möglichkeit sie zu finden. Bei dir selbst.

Das heißt vor allem auch, zu spüren, wenn wir Hilfe brauchen, und unsere Mitmenschen um diese Hilfe zu bitten. Wir müssen nicht alles alleine schaffen. Selbstliebe heißt, wir sind mit uns selbst UND mit unseren Mitmenschen verbunden. In diesem Zustand ist auch Schmerz leichter ertragbar.

Ich wünsche dir, dass du lernst, dir selbst das Leben zu schenken, das du verdienst.

Vielleicht kann ich dich mit meiner Geschichte etwas inspirieren.

Mehr über die Selbstverwirklichung und über Elisa kannst du auf ihrem Blog, www.flohbair.com, erfahren.

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